orf.at: Taten statt Worte gefordert

Trotz steigender Treibhausgasemissionen und drohender Risiken für die Menschen gebe es noch immer eine Chance, die Erderwärmung in den Griff zu bekommen, verwies Rupprechter auf den Bericht. Wichtig ist für den Umweltminister, dass es dabei nicht zu einer Renaissance der Atomkraft kommt: „Die Trendwende ist mit dem Einsatz erneuerbare Energieträger und mehr Energieeffizienz zu schaffen. Die Atomkraft ist eine Technologie von gestern“, hielt er fest. Umweltschutzorganisationen und die Grünen zweifelten daran, dass man ihn beim Wort nehmen darf.
Grüne warten auf „mutiges“ Gesetz
Die Grünen forderten entsprechend Rupprechters Ansage ein „mutiges Energieeffizienzgesetz“ und erinnerten daran, dass Österreich die EU-Energiesparvorgaben (1,5 Prozent weniger Verbrauch pro Jahr) noch umsetzen müsse und dafür nur bis zum Sommer Zeit habe. Der zuständige Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner (ÖVP) hatte die Verhandlungen dafür auf Eis gelegt. Nur wenn er „den Mut hat, mit uns ein ambitioniertes Gesetz zu verhandeln, kann es am Ende auch eine Zustimmung der Grünen geben“, machte Parteichefin Eva Glawischnig klar.
Die FPÖ sah sich in ihren Forderungen nach dem Ausbau von erneuerbaren Energieformen bestätigt. Vor allem vor dem Hintergrund der Ankündigung Russlands, die Gaslieferungen nach Europa einzustellen, sei es „fünf vor zwölf, die Energiefreiheit Österreichs zu sichern“, befanden die Freiheitlichen. Auch aus Sicht der FPÖ sollte die Regierung zuerst vor der eigenen Tür kehren: Finanzminister Michael Spindelegger (ÖVP) müsse „seinen Erlass zur Besteuerung des selbst erzeugten und verbrauchten Sonnenstroms umgehend zurücknehmen“.
Global 2000 erinnert an heimische Kohlekraftwerke
Auch der WWF trat für rasche Umstellungen ein, um die Erderwärmung aufzuhalten. „Der gesamte Geldstrom im Energiebereich muss Richtung Energiesparen und erneuerbare Energie umgelenkt werden. In den nächsten Jahren ist das die Hauptaufgabe der Energiepolitik, aber auch der Banken, Investmentfonds und Entwicklungsgelder“, sagte Karl Schellmann, Klimareferent des WWF in Österreich. Hierzulande sei schon viel erreicht worden, aber es seien noch viele Hausaufgaben zu machen, befand er.
Global 2000 will von der Bundesregierung Taten statt Worte sehen. „Kohlekraftwerke sind die klimaschädlichste Form, Elektrizität zu produzieren“, erinnerte die Umweltschutzorganisation. Weit über ein Dutzend Kraftwerke in Österreich erzeugen über die Verbrennung fossiler Rohstoffe Strom - überwiegend wird Gas verbrannt, aber auch Kohle. Zumindest solle die Regierung nun ein „Ablaufdatum“ für die heimischen Kohlekraftwerke nennen, forderte Global-2000-Klimasprecher Johannes Wahlmüller.
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Quelle:
http://orf.at/stories/2226052/2226053/