derstandard.at: Niederösterreich: Mit Fracking lässt sich keine Wahl gewinnen

http://derstandard.at/1358305181330/Niederoesterreich-Mit-Fracking-laesst-sich-keine-Wahl-gewinnen
ROSA WINKLER-HERMADEN, 31. Jänner 2013, 10:26
  • 1358359854332Foto: derstandard.at
    Schwere Spezialfahrzeuge aus Polen rollen über die Weinviertler Felder. Der "Vibrator" ist neun Meter lang und wiegt 19 Tonnen.

Noch immer wird im Weinviertel nach Gasvorkommen gesucht - Die ÖVP fürchtet um Stammwähler und schiebt den schwarzen Peter der OMV zu
Die 35 Zimmer im Gasthof zum Grünen Jäger in Unterolberndorf sind seit September belegt. 70 polnische Arbeiter übernachten hier, in dem kleinen Dorf im südlichen Weinviertel, etwa 30 Kilometer nördlich von Wien. Vor dem Gasthof, am Unterolberndorfer Hauptplatz parkt ein Dutzend schwerer Geländewägen mit polnischen Kennzeichen. Es sind Autos der Firma Geofizyka Kraków. Insgesamt sind in der Region noch bis Februar rund 200 Arbeiter untergebracht, sie führen im Auftrag der OMV Schallmessungen durch. Auf einer Fläche von rund 250 km2 wird die geologische Struktur des Erduntergrundes erforscht.
Von offizieller Seite ist das Thema Fracking im Weinviertel abgeschlossen.
Erst im September hatte die OMV bekanntgegeben, vom Abbau von Schiefergas Abstand zu nehmen. Die Wirtschaftlichkeit sei nicht gegeben, begründete OMV-Chef Gerhard Roiss das Ende der Suche nach dem umstrittenen Gas, das nur durch Einsatz von aggressiven Chemikalien aus dem Boden gewonnen werden kann. Der Ankündigung der OMV waren massive Proteste von Bürgern voraus gegangen. Auch die ÖVP stellte sich schlussendlich gegen die OMV und verlangte für etwaige Schiefergas-Bohrungen eine Umweltverträglichkeitsprüfung.
Faktor Wahlkampf

Die ÖVP, damals schon im Vorwahlkampf, fürchtete um schwarzes Stammklientel, hatten sich doch gerade einflussreiche Weinbauern der Region gegen die Pläne der OMV ausgesprochen. Doch nach wie vor ist die Sorge vieler Bürger groß. Sie wundern sich über die umtriebigen polnischen Arbeiter. Das ganze Weinviertel ist von Kabeln durchzogen. Warum soll mit Schallgeräten festgestellt werden, was sich unterhalb der Erde tut, wenn die Pläne, Schiefergas abzubauen ad acta gelegt sind? Warum führen polnische Arbeiter die Messungen durch, wo man gerade aus Polen hört, dass dort Fracking forciert wird?
Neue Bürgerinitiative
Mehr...lesen

Schiefergas in den USA/Kanada: Verseuchtes Wasser

Schiefergas in den USA/Kanada: Verseuchtes Wasser

Und in Österreich? Die ÖVP hat sich leider noch nicht ganz vom Thema Schiefergas verabschiedet

Gegenseitige Nicht-Offenlegungs- oder Vertraulichkeitsvereinbarungen zwischen Schiefergasunternehmen machen das Geschäft mit Schiefergas undurchsichtig- Es ist n den USA üblich, sich das Schweigen von Grundbesitzern zu erkaufen.
Studien aus den USA, welche über Vorfälle informieren
Eine Reihe von Einzelfällen zeigt dies im Detail auf.
Mehr...lesen

Blase Schiefergas

http://www.report.at/energie/aufmacher/38496-blase-schiefergas
In Schiefergas sahen viele, vor allem in den USA, die Lösung aller Energieprobleme. Milliarden wurden investiert. Doch Analysten warnen wiederholt vor einer Blase.

Endliche Ressourcen, Peak Oil, Krisen in Ölförderstaaten, Klimawandel: Bei all den Hiobsbotschaften der letzten Jahre war jede gute Nachricht willkommen. In der Förderung von Schiefergas sahen viele Strategen seit der Jahrtausendwende eine Lösung für das Energieproblem der entwickelten Länder. Besonders die USA umarmten die »neue« Energiequelle mit Begeisterung: Die Ausbeutung der eigenen Schiefergaslagerstätten macht unabhängig von notorisch suspekten Energielieferanten in Russland und dem Nahen Osten, und die Obama-Administration wollte im Erdgas aus diesen Quellen sogar einen Beitrag zum Klimaschutz entdeckt haben. Während im Jahr 2000 nur 1 % des US-Gasbedarfs durch Gas aus Schieferlagerstätten gewonnen wurde, waren es 2010 bereits 20 %; 2035 sollte schon fast die Hälfte der amerikanischen Gasförderung aus diesen Quellen stammen. Es war fast so etwas wie ein kleiner Goldrausch: Schiefergas, so wollte man nur allzu gerne hoffen, löse mehrere Probleme auf einen Schlag und könnte zu vielen weiteren Jahrzehnten der Energieversorgung genutzt werden. Ein beispielloser Boom und Börsenhöhenflug der Industrie war die Folge, sogar das Schlagwort der »Energiewende« fiel. Mehr...lesen